Retrospektive 2024

Das Projekt: Mit der Frage "Wer bist du: Steiermark?" hat der für das Kulturressort zuständige Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler gemeinsam mit dem Museumsforum Steiermark - Servicestelle für Museen und Sammlungen zur Teilnahme an diesem spannenden Projekt eingeladen. Grün mag die Landschaft wohl sein, aber bunt, vielfältig und tiefgründig sind die Menschen, die Regionen und die steirischen Sammlungen. Bis Ende November 2022 waren die fast 400 steirischen Museen und Sammlungen aufgerufen, Geschichten zu Objekten einzureichen, die eine besondere Bedeutung für ihre Institution sowie für die jeweilige Region haben. Das Literaturmuseum Altaussee hat Dr. Theodor Herzls Fahrrad Opel-Victoria-Blitz auserwählt. Bei Umbauarbeiten des Gasthauses Schneiderwirt, wo Herzl in den 1890er Jahren seine Sommerurlaube verbracht hatte, im Dachboden aufgefunden, hat die „Halb-Rennmaschine“, wie sie die Nähmaschinen- und Fahrradfabrik Adam Opel aus Rüsselsheim a. M. bezeichnet hatte, seit dem Jahre 2008 das Jüdische Museum in Wien als eines der „Prunkstücke“ geziert und für reichliches Publikumsinteresse gesorgt.
Ausseerland -
Keimzelle der Salzburger Festspiele

Literaturmuseum Altaussee durch
LH Drexler geehrt
„Es ist eine Poesie in der Hast.“
Theodor Herzl wurde während seines Sommerurlaubes in Altaussee von Schnitzler in die neue Trendsportart eingewiesen und lieferte alsbald den theoretischen Unterbau dazu. In einem Zeitungsartikel seines Arbeitsgebers, der „Neuen Freien Presse“ schrieb er: „anfangs muntere Leibesübung junger Burschen oder lächerlicher Sportsnarren“, doch nun sieht man „ehrenfeste unjunge Leute auf dem Zweirade durch die Gassen jagen, und sie machen dazu ernsthafte Mienen. Viele schämen sich freilich noch ertappt zu werden, weil sie sich einer Welt von Vorurteilen gegenüber befinden. Die Opel-Victoria-Blitz wurde für Herzl bald ein: „nützliches, demnächst unentbehrliches Verkehrsinstrument“ für den neuen Menschen: „Die Fußgänger schleppen sich mit einer unverständlichen Langsamkeit und Trübsal dahin. Ein Tritt auf die Kurbel, und sie sind überholt, sie sind schon fern, schon klein. Es ist eine Poesie in der Hast.“
Auswahl - Preisverleihung - Ausstellung:
Eine 10-köpfige Jury hat von den 117 eingelangten Einreichungen aus 72 Museen die 50 spannendsten Geschichten ausgewählt. Das Literaturmuseum Altaussee ist bei den Gewinnern. Das engagierte Projektteam machte sich auf den Weg in die Regionen und ließ sich von den Museumsmitarbeitern und -mitarbeiterinnen die Geschichten zu den ausgewählten Objekten erzählen, und fertigte Fotos und Filme dazu an. Das Ergebnis: ein Katalog mit allen Detailinformationen der ausgewählten Objekte und eine hoch interessante Sonderausstellung im Volkskundemuseum am Paulustor in Graz, die noch bis 07. Januar 2025 zu besichtigen ist. Hier war es auch, wo am 24. April 2024 die Präsentation der Gewinner und feierliche Ehrung durch Landeshauptmann Christopher Drexler stattfand. Interesse? Ein Besuch des Volkskundemuseums am Paulustor in Graz lohnt sich allemal.
www.werbistdusteiermark.at


